Erfahrungsgeschichten von „Sowjetdeutschen“ – Erhebung, Dokumentation, Archivierung
Team
Projektleiterin: Dr. Anne Kluger
Projektbearbeiterin: Alexandra Kolesnikova (geb. Kenig)
Projektberaterin: Prof. Dr. Silke Satjukow
Archivierung über das Historische Datenzentrum des Landes Sachsen-Anhalt
Projektbeschreibung
Dieses Projekt zielt auf die systematische Erhebung, Dokumentation, Übersetzung und anonymisierte Archivierung von lebensgeschichtlichen Interviews, die mit Zeitzeug*innen „sowjetdeutscher“ Herkunft geführt werden.
Als „Sowjetdeutsche" (öfter „Russlanddeutsche“ oder „Spätaussiedler“ genannt) werden im Projektzusammenhang die Nachfahr*innen der deutscher Siedler*innen bezeichnet, die seit dem 18. Jahrhundert an der Wolga, im Schwarzmeerraum, in Wolhynien oder im Kaukasus gelebt haben. In der Sowjetunion war diese ethnische Gruppe harten Repressalien ausgesetzt. Die Bezeichnung als „Sowjetdeutsche“ soll den unterschiedlichen Ländern gerecht werden, aus denen Personen nach Deutschland „zurückgekehrt“ sind. Ihre Geschichten möchten wir in unserem Projekt sammeln und bewahren.
Dabei soll insbesondere eine Gruppe von „Sowjetdeutschen“ zu Wort kommen, die bisher kaum Resonanz erfahren hat — die Generation der „Kriegskinder“ und der „Nachkriegskinder“, also diejenigen, die in den 1930er bis frühen 1950er Jahren geboren wurden und als Kinder den Zweiten Weltkrieg und/oder seine unmittelbaren Folgen erlebt haben.
Ihre (noch unerzählten) Erfahrungen prägen ihre Identität und unbewusst und bewusst auch die der Kinder- und Enkelgenerationen– und damit unsere Gesellschaft.
Die im Rahmen des Projekts erfassten Interviews können in transkribierter, übersetzter und anonymisierter Form in der Zukunft als Quelle für Forschung und Kulturarbeit dienen.
Aktuelles aus unserem Projekt erfahren Sie hier.
Projektabschluss
Mit der Veröffentlichung der erhobenen Daten endete unser Projekt. Im Ergebnis haben wir 17 Lebensgeschichten von Personen der Jahrgänge 1933 bis 1953 in Form von lebensgeschichtlichen narrativen Interviews gesammelt. Sie liegen in transkribierter und anonymisierter Form jeweils zweisprachig (deutsch und russisch) vor. Hinzu kommen autobiografische Aufzeichnungen von zwei Personen der Jahrgänge 1928 und 1929. Außerdem haben uns viele Interviewpartner*innen Kopien von Fotos, persönlichen Erinnerungsstücken aus der Familiengeschichte, behördlichen Dokumenten etc. zur Verfügung gestellt, die wir ebenfalls digitalisiert und veröffentlicht haben. Im Rahmen unseres Projekts ist ein einzigartiges Archiv von Lebensgeschichten von „Sowjetdeutschen“ entstanden, die als Kinder die Kriegs- und/oder unmittelbare Nachkriegszeit und die stalinistischen Repressionen in der Sowjetunion erlebt haben – und über deren Erfahrungen wir bisher kaum etwas wussten.
Unsere Daten sind hier verfügbar: https://www.radar-service.eu/radar/de/dataset/fg7wvxb7u2rxkws
Zeitzeug*innen gesucht!
Wir suchen Zeitzeug*innen, die zwischen den 1930er und 1950er Jahren in einer deutschen Familie in der Sowjetunion geboren sind und uns ihre Lebensgeschichte erzählen. Die Interviews können in deutscher oder russischer Sprache, auf Anfrage auch auf Ukrainisch geführt werden. Die Interviews werden zu Forschungszwecken aufgezeichnet, übersetzt und in anonymisierter Form digital archiviert.
Wenn Sie selbst Ihre Geschichte mit uns teilen wollen oder Personen kennen, die als Zeitzeug*innen infrage kommen, kontaktieren Sie uns gerne:
Alexandra Kolesnikova
Tel.: +49 345 55 24274
alexandra.kolesnikova@geschichte.uni-halle.de
oder
Tina Bourguignon (Sekretariat)
+49 345 55 24281
tina.bourguignon@geschichte.uni-halle.de
Projektflyer: Erfahrungsgeschichten von „Sowjetdeutschen“ – Erhebung, Dokumentation, Archivierung
Projektflyer Interviews.pdf
(1,3 MB) vom 19.02.2025
Dieses Projekt wird mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.
https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de
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