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Dr. Marian Richling - Forschungsprojekte

Filme im Geschichtsunterricht

Die Geschichtsdidaktik ist sich einig, dass Filme von eminenter Bedeutung für die Vorstellungen sind, die Schüler von Geschichte haben. Durch den massenhaften privaten Konsum von historisch relevanten Filmen - von Dokumentarfilmen und Doku-Dramen im Stil Guido Knopps über Geschichtsspielfilmen wie "Die Flucht", "Operation Walküre" bis hin zu nicht einmal repräsentationsauthentischen Filmprodukten wie Zack Snyders "300" oder Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" (sic!) - werden Geschichtsbilder und Narrationsmuster transportiert und in den Köpfen der Schüler verankert, welche die Entwicklung ihres Geschichtsbewusstseins mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachhaltig beeinflussen. Gleichzeitig mangelt es den Schülern an der geschichtskulturellen Kompetenz, um die erforderliche kritische Distanz zu diesen Filmen aufzubauen und den domänenspezifisch historischen Methoden, um zu lernen, kritisch-reflektiert mit ihnen umzugehen.

Da Spielfilme in der Praxis des Geschichtsunterrichts nur einen bestenfalls untergeordneten Stellenwert haben und ihre Verwendung im Unterricht in den meisten Fällen nicht sachgerecht ist, ist es erforderlich, geschichtsdidaktische Angebote zu entwickeln, um diese Missstände abzustellen. Es geht darum, den Lehrern Angebote zu machen, die es ihnen erlauben, das Medium zielgerichtet und effektiv zur Initiierung und Differenzierung historischer Lern- und Denkprozesse bei den Schülern zu nutzen und es geht darum, Methoden zu entwickeln, mit denen die Schüler systematisch und altersgerecht gestuft die notwendige kritische Distanz aufbauen können und lernen können, historisch und geschichtskulturell sachgerecht mit diesem Medium umzugehen.

Dieses Ziel verfolgt das Projekt in drei Schritten:

Erstens ist beabsichtigt, ein theoretisch konsistentes und geschichtsdidaktisch sinnvolles Kategorien- und Begriffsgefüge für das Medium 'Film' zu entwickeln, das geeignet ist, bei den schulischen Zielgruppen (Lehrern und Schülern) domänenspezifische Gattungskompetenz zu erzeugen.

Zweitens zielt das Projekt darauf ab, das domänenspezifische Lernpotential des Mediums Film auszuloten, an historische Kompetenzen (v.a. an Interpretations- und geschichtskulturelle Kompetenz) anzubinden und auf dieser Basis dann ein altersgerechtes, in Kompetenzniveaus gegliedertes Stufenmodell des Einsatzes von historisch relevanten Filmen im Geschichtsunterricht zu entwickeln.

Drittens geht es darum, für den Unterricht anhand konkreter Beispiele - und zwar auch jenseits der impliziten Kanonbildung durch die Rahmenrichtlinien mittels funktionalisierter Filme für den Geschichtsunterricht von 'Luther' bis 'Sonnenalle' - Lernarrangements zu entwickeln, die Prozesse des historischen Lernens und Denkens bei den Schülern anstoßen können, und diese - soweit das realisierbar ist - im Unterricht zu testen.

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