Hallesches Wappen

Weiteres

Login für Redakteure

Forschung

Forschungsinteressen

  • Geschichte des Alter(n)s
  • Erfahrungsgeschichte der "Sowjetdeutschen"
  • Wissenschaftsgeschichte, Historiographiegeschiche, Archäologiegeschichte
  • Geschichte der DDR und der Volksrepublik Polen sowie deutsch-polnische Beziehungsgeschichte
  • Transformationsgeschichte
  • Rezeptionsgeschichte zu Vorstellungen von „den Slawen“ und vom östlichen Europa
  • postkoloniale Regionalgeschichte

Aktuelle Forschungsprojekte

Erfahrungsgeschichten von "Sowjetdeutschen" - Erhebung, Dokumentation, Archivierung

Alt sein in modernen Zeiten. Lebenswelten alter Menschen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert

Infolge der Auswirkungen, die die strukturellen Veränderungen der Moderne auf ihren Alltag hatten, empfanden viele Zeitgenoss*innen um 1900 ihre eigene Zeit als grundsätzlich anders und neu. So gilt diese Phase bereits (mit Jan Assmann) als „‚heiße‘ Periode der westlichen Gesellschaft“. Sie ist auch durch zugespitzte Sichtweisen auf „das Alter“ charakterisiert. Es wurde nicht nur als Sinnbild von Stagnation, Schwäche und Verfall, sondern als gesellschaftlich, politisch und medizinisch zu regulierender Umstand aufgefasst. Aber was bedeutete es, in dieser Zeit alt zu sein?
Das Forschungsvorhaben verfolgt das Ziel, die Lebenswelten alter Menschen in diesen Durchbruchsjahren der Moderne zu rekonstruieren, und wendet sich – mithilfe von Selbstzeugnissen als zentralen Quellen – explizit ihren Erfahrungen und (Selbst-)Deutungen zu. Es soll untersucht werden, wie alte Menschen sich selbst und ihre Zeit wahrnahmen und welche Rolle die Entwicklungen der Moderne ihrem eigenen Empfinden nach in ihrem Alltag, Handeln, Denken und Wertekanon spielten.
Zeitlich konzentriert sich die Untersuchung auf die Jahre 1850 bis 1930. Der räumliche Fokus liegt auf Deutschland und Österreich. So lassen sich etwaige lebensweltliche Veränderungen korrelierend mit den Basisprozessen und sich wandelnden Deutungsmustern der Moderne über einen längeren Zeitraum und in vergleichender Perspektive untersuchen. Die Annahme des Projekts ist allerdings, dass bezogen auf das Untersuchungsgebiet weniger staatliche Grenzen als soziale Ordnungskategorien (wie gender, class, Stadt-Land-Verhältnisse, Gesundheit/Krankheit) Einfluss auf lebensweltliche Unterschiede von alten Menschen hatten. Außerdem wird nach Veränderungen zwischen unterschiedlichen Alterskohorten innerhalb des Untersuchungszeitraums und nach der Sinnhaftigkeit von Binnendifferenzierungen innerhalb der Gruppe der Alten entlang chronologischer oder anderer Alterskriterien gefragt.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Die frühen Slawen im Staatssozialismus. Witold Hensel, Joachim Herrmann und die Slawische Archäologie in der Volksrepublik Polen und der DDR (Dissertationsprojekt)

Im  Rahmen der Slawischen Archäologie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedenen Staaten des mittleren und östlichen Europas die Anfänge eines vermeintlichen „slawischen Volkes“ bzw. „slawischer Völker“, ihre Siedlungsbewegungen und materielle Kultur sowie frühe „slawische Herrschaftsbildungen“ in prähistorischer und frühmittelalterlicher Zeit erforscht. Mein Dissertationsprojekt untersucht die politische und ideologische Durchdringung dieser Forschungsrichtung im Staatssozialismus in vergleichender biographischer Perspektive. Dazu werden mit Witold Hensel und Joachim Herrmann ihre führenden Vertreter in der Volksrepublik Polen und der DDR in den Mittelpunkt gerückt. Inwiefern verpflichteten sie sich selbst bestimmten inhaltlichen und methodischen Vorgaben? Welche Unterschiede bestanden dabei zwischen dem ostdeutschen und polnischen Wissenschaftssystem in seiner jeweiligen Verflechtung mit der Politik? Ziel des Projekts ist es, herauszuarbeiten, wie sich die archäologische Forschung zu den frühen Slawen unter staatssozialistischen Bedingungen gestaltete, das heißt, welche Imaginationen von den frühgeschichtlichen und frühmittelalterlichen Slawen hervorgebracht bzw. aktualisiert wurden und welche Rahmenbedingungen dafür in Aushandlungsprozessen zwischen wissenschaftlichen und politischen Akteuren geschaffen wurden.

Zum Seitenanfang