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Zitieren von Internetquellen

Es gehört zu den wichtigsten Grundregeln des wissenschaftlichen Arbeitens, die verwendeten Quellen genau und richtig anzugeben. Dies gilt natürlich ebenso für Materialien aus dem Internet, zumal ihre Herkunft noch viel direkter recherchierbar ist als jedes andere Medium.

Beim Zitieren von Onlinequellen tun sich allerdings, obwohl einige Dokumentenserver mittlerweile Zitiervorschläge unterbreiten, häufig gleich mehrere Schwierigkeiten auf.

Einerseits ist es gelegentlich nicht nur mühevoll Autor oder Herausgeber oder weitere Kerndaten zu ermitteln oder gar in gewohnt sorgsamer Weise zu unterscheiden, andererseits gibt es eine Vielzahl von digitalen Medien – etwa Datenbanken, Blogs oder Inhalte dynamisch erzeugter Websites – die eine Zitation nicht gerade einfacher gestalten. Grundsätzlich stehen wir vor dem Problem, dass sich nicht nur die URLs ändern können, auch die Inhalte und Zusammenstellungen der Webseiten unterliegen einem dynamischen Gestaltungsprozess.

Dennoch haben sich in den vergangenen Jahren einige Standards entwickelt, deren Nutzung nicht nur die qualitativ hochwertigen Anbieter auszeichnet, sonder zugleich die Zitation von Onlinetexten vereinheitlicht und vereinfacht hat.

Im Wesentlichen folgt die Zitation zunächst der analog von Printmedien je nach Textsorte für Monographien, Aufsätze, Sammelbände etc. verschieden. Die Zitationsform sollten Sie natürlich dem jeweils verwendeten Standard für Printmedien anpassen und darauf achten, dass es sich auch um fachwissenschaftlich zitierfährige Angebote handelt.

Ein Beispiel für eine Monographie könnte folgendermaßen aussehen:

Beispiel:

Autor (Nachname, Vorname), Titel des Dokuments. Untertitel, Ort und Datumsangabe (Erstellungsdatum oder Jahr, letzte Version), , (Zugriffsdatum).

Walser, Robert, Lasst mich ohne nachricht nit. Botenwesen und Informationsbeschaffung unter der Regierung des Markgrafen Albrecht Achilles von Brandenburg, München 2004, <URL: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/2796/1/Walser_Robert.pdf   > (18.12.2008).

Datum und Seitenzahl

Ort und Jahr der Publikation können häufig nicht ermittelt werden und entfallen so. Um dennoch eine Nachprüfbarkeit zu gewährleisten wie auch zu dokumentieren, welches inhaltliche Angebot zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzt wurde, wird in allen Onlinezitaten das Datum in runden oder eckigen Klammern angegeben.

Problematisch bleibt für Onlinequellen nach wie vor, dass häufig keine genauen Nachweise über die Angabe von Seitenzahlen möglich sind. Gute Angebote zeichnen sich dadurch aus, dass längere Texte in nummerierte Abschnitte unterteilt werden. Sie sollten solche Möglichkeiten zum zitieren nutzen.

Herausgeberschaft und Reihen

Viele Ressourcen sind Bestandteile eines übergreifenden Angebots. Solche Texte können mit Aufsätzen in Sammelbänden verglichen werden. Verzichten Sie also nicht darauf, solche Herausgeberschaften zu benennen. Nicht zuletzt erleichtern sie unter Umständen die Wiederauffindbarkeit bei Werken mit veralteter URL.

Beispiel

Wetzel, René: Man sölts all zu ritter schlagen! Die Freiburger Reimchronik des Hans Lenz zum Schwabenkrieg (1499). Deutung und Verklärung von Zeitgeschichte und Gesellschaft durch Literatur, in: Klaus Graf / Dieter Mertens (Hg.), Schwabenkrieg / Schweizerkrieg 1499, Themenportal Historicum.net, http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/1071/   > (18.12.2008).

Internetquellen die keinerlei Information zu Entstehungszeitraum, Urheberschaft oder Metadaten zu Titel und Inhalt verfügen, genügen wissenschaftlichen Standards des E-Publishing nicht mehr und sollten daher nicht zitiert werden.

URL oder URN?

Das Werk von Robert Walser besitzt sowohl eine URL wie auch eine URN. Was soll man zitieren?

http://edoc.ub.uni-muenchen.de/2796/1/Walser_Robert.pdf   

urn:nbn:de:bvb:19-27967   

Statt der zwar eindeutigen aber dynamischen und veränderlichen URLs (Uniform Rsource Locator) von Webseiten werden zunehmend ortsunabhängige Adressen vergeben. Solche persistenten Adressierungsmechanismen sollen eine digitale Ressource nicht nur dauerhaft und eindeutig ausweisen, sondern darüber hinaus die Fähigkeit besitzen, eventuell auf mehrere Speicherorte oder einzelne Teile einer Ressource zu verweisen. Solche Adressierungssysteme die sowohl die Lokalisierung wie die Identifizierung von Quellen ermöglichen, bieten bspw. DOI (Digital Object Identifier), PURL (Persistent URL), URN (Uniform Resource Name) oder Handle-System (Siehe dazu die Ausführungen der Nationalbibliothek zu Persistent Identifier: http://www.persistent-identifier.de/   ). Eine URN ermöglicht bspw. also eine dauerhafte Adressierung, sie kann in einem Browser jedoch (noch) nicht problemlos aufgerufen werden. Hierzu sind zusätzliche Plugins für den Browser notwendig: http://www.webconsultant.de/Loesungen003.htm#URN.   

Ob man URL oder URN zitiert, hängt also von der Verwendung ab. Für digitale Medien erleichtert die Angabe der URL das Auffinden noch, für eine langfristig sichergestellte Zitation ist die persistente Adresse die bessere Wahl. Wichtig bleibt, dass verwendete System im Zitat zu benennen. Die Adressierung wird standardmäßig in spitze Klammern gesetzt.

Fast unumgänglich sind die "persistent identifier" für die Zitierung dynamischer Websites geworden. Da viele Ressourcen innerhalb von Content-Management-Systemen angeboten werden, gibt es kaum noch einfache "sprechende" URLs mehr bzw. können die eigentlichen Adressen gar nicht mehr angegeben werden. Hier bieten die persistenten Adressen den einfacheren Zitiermodus.  

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