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Schriftquellen Mittelalter und Frühe Neuzeit

Im Gegensatz zu den Subject Gateways hat sich die Situation bei den Quellenangeboten und Hilfsmitteln im vergangenen Jahrzehnt in atemberaubender Weiser positiv entwickelt. Dies gilt sowohl in qualitativer wie quantitativer Hinsicht. Es existiert mittlerweile nicht nur eine immense Zahl von Retrodigitalisierungsprojekten bzw. digitalen Editionen, sondern diese sind mittlerweile auch durch Bibliothekskataloge und zentrale Verzeichnisse relativ gut erschließbar.

The Philological Museum

Der emeretierte Professor Dana F. Sutton (University of California/Irvine) betreibt seit 1999 ein beindruckendes wie international relevantes Verzeichnis aller neulateinischen Digitalisierungen und Editionen im Netz. Die Werke können über eine alphabethische Auflistung der Autoren, über einzelne Stichwörter und Suchfunktion ermittelt werden. Momentan werden 27.990 Datensätze geführt, die letzte Aktualisierung erfolgte im November 2008. Alle Webnutzer sind ausdrücklich aufgefordert, Digitalisierungen und Korrekturen zu melden.

Zentrales Verzeichnis digitaler Drucke

Seit 2005 wird mit dem Verzeichnis digitaler Drucke ein Hilfsmittel aufgebaut, das einen Gesamtüberblick über alle Digitalisierungen in Deutschland liefern soll. Damit wird nicht nur dem Nutzer ein gutes Suchinstrument in die Hand gegeben, sondern auch weniger bekannte oder ausgelaufene Projekte bekannt gemacht bzw. sollen Mehrfachdigitalisierungen verhindert werden. Das Projekt ist eine Kooperation unterschiedlicher Bibliotheken bzw. Bibliotheksverbünde.

Während in einer ersten Projektphase vor allem ein Verzeichnis öffentlich geförderter Digitalisierungen in Deutschland erfolgte, wird in einer zweiten Phase auch die Aufnahme von Projekten aus Österreich und der Schweiz sowie „privaten“ Initiativen angestrebt.

Medaevum: Mittelalterliche Literatur im Internet

Nach Textsorten und Sprachgebieten geordnet präsentiert die Untersektion von Medaevum alle relevanten Links zu einschlägigen, vorrangig deutschsprachigen Digitalisierungs- und Editionsprojekten für Texte aus der Zeit des Mittelalters.

Incunabula Short Title Catalogue (ISTC)  - Verzeichnis aller Drucke des 15. Jahrhunderts

Das ambitionierte Projekt der British Library London verfolgt die internationale Erfassung aller Drucke des 15. Jahrhunderts. Dazu wurden nationale Sektionen geschaffen, für Deutschland der "Inkunabel-Census Deutschland" an der Bayerischen Staatsbilbiothek. Die Datenbank ist sowohl als CD wie auch online verfügbar. Für die Online-Fassung ist die Verknüpfung mit Digitalisierungen angestrebt.

Verzeichnis aller Drucke des 16. Jahrhunderts


Zwischen 1969 und 1999 wurde von der DFG die bibliographische Erschließung aller Druckwerke des 16. Jahrhunderts gefördert und wird nunmehr in Regie der Bayerischen Staatsbibliothek weiterbetrieben.

Die Datenbank kann online genutzt werden und umfasst mehr als 25.000 Titel. Seit 2006 werden die Digitalisierungen der Bayerischen Staatsbibliothek in den Katalog eingebunden.

Verzeichnis aller deutschsprachigen Drucke des 17. Jahrhunderts

Seit 1996 wird die Erschließung aller im deutschen Sprachraum gedruckten Werke des 17. Jahrhunderts gefördert.

Einblattdrucke 16.-18. Jahrhundert

Erfasst werden in der Datenbank alle Einblattdrucke des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie andere Kleindrucke aus einschlägigen Sammlungen. Da eine Titelrecherche häufig schwierig ausfällt, wurde bei der Verzeichnis viel Mühe auf die bibliographische Erschließung verwendet.

Ergänzt wird das Angebot durch eine Auswahlbibliographie zu den Einblattdrucken der Frühen Neuzeit und ein Repertorium (handschriftlich) zur Einblattdrucksammlung. Dort werden auch Einblattdrucke des 19.-20. Jahrhundert erfasst, die online noch nicht verfügbar sind.

Digitalisierungsprojekte der großen Nationalbibliotheken

Alle großen Nationalbibliotheken bieten mittlerweile umfassende Digitaliserungen an. Neben den hier bereits aufgeführten deutschen Digitalisierungszentren mit ihren einschlägigen Katalogen ist vor allem die französische Nationalbibliothek mit ihrer Website "Gallica" zu nennen.
http://gallica.bnf.fr/   
Geboten wird der freie Zugang zu etwa 90.000 digitalisierten Büchern und mehr als 80.000 Bildern. Neben den franzsösischsprachigen Werken sind zahlreiche neulateinische Texte vorhanden, die über eine komfortable Suchfunktion erschlossen werden können. Ein umfassendes Relaunch erfolgt momentan mit der Umstellung auf Gallica 2.
http://gallica2.bnf.fr/   

Das britische Pedant dazu ist EEBO - Early English Books, maßgeblich betrieben von der Briths Library. Mit Abschluss der Digitalisierung sollen etwa 125.000 englischsprachige Drucke zwischen Rennaissance und Aufklärung als Retrodigitalisierungen angeboten werden. Frei zugänglich ist diese Ressource über die Nationallizenz der DFG.
http://eebo.chadwyck.com/home   

Die digitale Bibliothek Valencia bietet nicht nur selbst eine umfassende digitale Sammlung an, sondern führt eine kleine aber wohl sortierte Liste weiterer großer Digitalisierungsprojekte.
http://biblioteca.uv.es/valenciano/bibliotecas/de_campus/b_historica/historica7f.php   

Das wohl größte Digitalisierungsprojekt wurde von der Library of Congress angestoßen. Zwischen 1996 und 2000 investierte die USA über 60 Millionen Dollar für Retrodigitalisierungen. Mittlerweile werden unter dem Logo "Amercian Memory" über 90 digitale und multimediale Sammlungen angeboten.
http://memory.loc.gov/ammem/index.html   

Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek

Fast live kann man momentan das tägliche Wachsen der digitalen Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek miterleben. Über verschiedene RSS-Feeds lässt sich der tägliche Zuwachs an Digitalisaten verfolgen. Im November 2008 waren etwa 34.300 online. Die Digitalisierung erfolgt entlang verschiedener Sammelschwerpunkte, die in einer Kurz- oder Langfassung angesehen und über verschiedene Suchoptionen recherchiert werden können. Darunter sind wichtige Lexika und Handbücher, seltene Drucke und Inkunablen sowie zahlreiche Drucke des 16. Jahrhunderts.

Wolfenbütteler Digitale Bibliothek

Die HAB hat sich entsprechend Ihres Sammelschwerpunktes auf die Digitalisierung seltener alter Handschriften und Schriften des 17. Jahrhunderts spezialisiert. Darüber hinaus bietet die Bibliothek den Sachsenspiegel an und bemüht sich gegenwärtig um eine Digitalisierung von Dünnhaupts Personalbibliographien (Drucke des Barocks) sowie Schriften zu archäologischen Funden in der Frühen Neuzeit.

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