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Wissenschaftliche Publikationen

Während es für Quellendigitalisierungen relativ früh einige zentrale Verzeichnisse und wichtige Standards gab, galt dies für die Erschließung von fachwissenschaftlichen Publikationen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften nicht im gleichen Maße. Seit 1999 haben sich allerdings unter dem Dachverband der Open Access Initiative (Deutsche Plattform: http://www.open-access.net/   ) und der Open Archives Initiative (OAI: http://www.openarchives.org/   ) mittlerweile Standards entwickelt, die eine bessere Recherierbarkeit und Langzeitarchivierung von wissenschaftlichen Ressourcen ermöglichen. Über das Open Archive Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) ist daher eine große Menge fachwissenschaftlicher Publikationen erschließbar.

Um einen Text erfolgreich im Netz zu publizieren, genügt es schon lange nicht mehr, diesen Text in Form einer PDF-, Word- oder HTML-Datei auf irgendeiner Homepage (Self-Posting) zu publizieren oder als Zweitveröffentlichung anzubieten. Da in diesem Fall weder eine Qualitätskontrolle, noch eine Sacherschließung, Langzeitarchivierung und Wiederauffindbarkeit des Textes gewährleistet wird, kommt das Self-Posting nicht mehr den Kriterien einer wissenschaftlichen digitalen Veröffentlichung nach. Überdies entsprechen private Seiten oft nicht den Grundsätzen der Barrierefreiheit und benachteiligen so behinderte Menschen.
Wissenschaftlich anerkannt sind stattdessen das Self-Archiving (Grüner Weg) und das Self-Publishing (Goldener Weg).

Der goldene Weg entspricht der originären Veröffentlichung in wissenschaftlichen Open-Access-Journalen bzw. Zeitschriften, die im Peer Review Verfahren die Qualität von Texten gewährleisten und meist mit besonderen Lizenzen (Creative Commons) und Indexierungsstrategien (spezielle Suchmaschinen) arbeiten. Solche Journale finden sich im Directory of Open Access Journals (DOAJ: http://www.doaj.org/   ) verzeichnet.

Der grüne Weg meint das Publizieren von wissenschaftlichen Texten im Rahmen einer Zweitverwertung auf institutionellen (lokalen) oder disziplinären (überlokalen) Repositorien oder die Vorabveröffentlichung noch einzureichender Texte (Preprint). Während für Preprints keine wissenschaftliche Begutachtung gewährleistet werden kann, werden für Magisterarbeiten Gutachten eingefordert und für Dissertationen und Habiltitationen durch das abgeschlossene Verfahren ein bestimmtes Qualitätsmaß vorausgesetzt. Betreiber von Repositorien sind oft Universitätsbibliotheken oder Rechenzentren, bzw. mit ihnen eng kooperierende Einrichtungen, die entweder diszplinübergreifend oder thematisch gebundene Server betreiben und ebenso für eine adäquate Sacherschließung, den Austausch von Metadaten mittels OAI und die Langzeitarchivierung sorgen. Eine Auflistung dieser Repositorien findet sich im Registry of Open Access Repositories (ROAP: http://roar.eprints.org/index.php   ).

Die Inhalte von E-Journals und Repositorien gehören meist zum "invisible net", dem unsichtbaren Netz, da die entsprechenden Datenbanken nicht mithilfe der üblichen Suchmaschinen abgefragt werden können. In den letzten Jahren sind daher einige wichtige wissenschaftliche Suchmaschinen entstanden, die solche Dokumentenserver erfassen. Sie unterscheiden sich vor allem danach, ob eine Metadaten- oder Volltextsuche möglich ist. Neben den hier näher aufgeführten Suchmaschinen sei noch auf "Driver" verwiesen. Das europaweit gespannte Projekt soll zukünftig (Förderung seit Juni 2006) die nationalen Repositorien zentral verknüpfen und recherchierbar machen.
http://www.driver-community.eu/   

Open Archives Initiative - OAIster

OAIster ist eine international geführte Suchmaschine, die digitale Ressourcen in Dokumentenservern mithilfe des möglichst einfachen und handlichen Metadatenmodells OAI-PMH recherchierbar macht, die über "normale" Suchmaschinen nicht gefunden werden können. Bisher verfügt die Datenbank über beinahe 20 Mio. Einträge zu wissenschaftlichen Texten, Audio-, Video- und Bilddateien oder Datensätzen. OAIster ist inkorporiert in die Open Archives Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat über das bereit gestellte Datenmodell, frei zugängliche Informationen zu Onlineressourcen recherchierbar zu machen. Dies bedeutet nicht, dass solche Ressourcen dann auch kostenfrei eingesehen werden können.

Base

Die "Bielefeld Academic Search Engine" ist eine interdisziplinäre Suchmaschine für wissenschaftliche Texte und arbeitet ebenfalls auf Grundlage des OAI-PMH.
Auch hier werden vor allem Datenbanken des "invisible net" von fachlich qualifizierten Dokumentenservern durchsucht. Mittlerweile werden mehr als 16 Mio. Texte von 1.000 Anbietern indexiert. Über das Quellenverzeichnis lässt sich, wenn auch schon längst nicht mehr übersichtlich, ein Überblick verschaffen, welche Projekte eingebunden wurden. Allerdings kann nur in einem Bruchteil der Datenbank über eine Volltextsuche recherchiert werden.

Oase

Die Universitätsbibliothek Karlsruhe bietet eine Suchmaschine an, mit deren Hilfe Dokumentenserver der verschiedenen deutschsprachige Hochschulen und Universitäten nach frei zugänglichen Publikationen durchsucht werden können. Wahlweise können einzelne Einrichtungen für die Suche festgelegt werden. Die vielen kommerziellen Anbieter von wissenschaftlichen Publikationen (Magisterarbeiten, Dissertationen, Habilitationen) werden nicht erfasst.

Literatur

Auf der Plattform "Open Access" wurde eine ausführliche Literaturliste zum Thema wie auch den wesentlichen Standards zum digitalen Publizeren veröffentlicht.

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