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Druckversion SFG-Vorstellung
Vorstellung SFG [8-2011].pdf
(286,7 KB) vom 04.08.2011
Fyler der SFG
Fyler der SFG [8-2011].pdf
(1,1 MB) vom 26.08.2011
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Studentische Forschungsgruppe zur Geschichte der Stadt Halle
Übersicht
Im Zeichen einer reichen Stadtgeschichte...
Bereits die halleschen Studenten des 18. Jahrhunderts erkannten den Reiz der Stadt Halle und wussten sie als „werthes Saal-Athen“ zu schätzen. Auch heute hat Halle nichts von seiner kulturellen und historischen Anziehungskraft verloren. Mit dem Ziel die reichhaltige und vielschichtige Geschichte dieser Stadt aufzuarbeiten und sie stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, schlossen sich 2006 Studenten des Instituts Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur Studentischen Forschungsgruppe zur Geschichte der Stadt Halle zusammen.
(siehe auch: Mitglieder der SFG)
Ein bewährtes Konzept
Das Anliegen der Studentischen Forschungsgruppe ist es, den vermeintlichen Gegensatz zwischen Wissenschaft und öffentlicher Wahrnehmung zu überwinden, da die Fokussierung auf stadtgeschichtliche Themen die Möglichkeit bietet, dem interessierten Tagungsbesucher durch ansprechende Darbietung und hinreichende Erläuterungen ein Stück historischer Forschung näher zu bringen. Seit 2006 finden dazu alljährlich Tagungen an ausgewählten historischen Orten der Stadt Halle statt, auf denen die Studenten ihre Forschungen und Recherchen präsentieren. Die Tagungen geben den Studierenden damit die Gelegenheit, sich in einem geeigneten Rahmen vor einem interessierten Publikum zu profilieren und Erfahrungen in Rhetorik und Didaktik zu sammeln. Das Publikum steht dabei im Zentrum der Tagungen, die sowohl Hallenser als auch interessierte Auswärtige ansprechen und verschiedene Generationen zusammenbringen.
Seit vielen Jahren wird die SFG bei diesen Veranstaltungen vom Landes- heimatbund Sachsen-Anhalt e. V. , dem Studentenwerk Halle und dem Verein Fürstenstraße der Wettiner e. V. ideell und materiell unterstützt. Außerdem besteht seit Anfang 2011 eine enge Kooperation mit dem Verein für hallische Stadtgeschichte e. V. , die den engagierten Studenten zusätzliche Möglichkeiten der Qualifizierung und Profilierung bieten soll.
(siehe auch: Kooperation mit dem Verein für hallische Stadtgeschichte e. V.)
Das Ziel der Studentischen Forschungsgruppe ist es aber nicht, bloße Stadt- und Regionalgeschichte zu betreiben. Mit der Fokussierung auf den städtischen Raum Halle, eröffnet sich vielmehr ein breiter Kreis an epochenübergreifenden Themen, die weder disziplinär, noch regional eingeschränkt sind. So bietet die Stadt Halle zahlreiche historische Aspekte, die von ihrer einstigen europaweiten, vereinzelt globalen Bedeutung zeugen. Darüber hinaus dient ihre Geschichte immer wieder als treffendes Fall- oder Gegenbeispiel für historische Entwicklungen von überregionaler Bedeutung, denn der Wechsel in die städtische Perspektive erlaubt es vermeintliche Fakten oder gesicherte und teilweise über Generationen tradierte Lehrmeinungen der sogenannten „Großen Geschichte" zu hinterfragen und gegebenenfalls am konkreten Beispiel zu widerlegen. Auf der anderen Seite gilt es, die Stadt nicht singulär wahrzunehmen, sondern neueste Forschungsmeinungen in die Stadtgeschichtsforschung einzuarbeiten.
Tagungen und Publikationen
(siehe auch: Impressionen der SFG-Tagungen 2008 - 2010)
Tagungsreihe 2006 - 2009
Diesem Konzept folgend veranstaltete die SFG seit 2006 – nach der Gründung der Forschungsgruppe durch Stefan Auert – in Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern die erste Tagungsreihe „Im Wechselspiel der Dynastien – Die Stadt Halle als Residenz der Wettiner und Hohenzollern 1478 – 1680". Diese fand 2009 ihren Abschluss. Einen Schwerpunkt bildeten auf diesen vier vergangenen Tagungen die Ursachen und Folgen der Reformationszeit, die in Halle durch Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490 – 1545) geprägt wurde und die bedeutenden Innovationen in der Kunst-, Kultur- und Kirchengeschichte. Daneben rückten auch bisher weniger bekannte Themen wie die Geschichte des Klosters Neuwerk, die hallesche Universitätsgründung 1531, bedeutende Sakral- und Profanbauten in Halle 1450 – 1680, die Zeit der Magdeburger Erzbischöfe und Administratoren von 1541 – 1625 oder die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges in der Saalestadt sowie die Regierungszeit des Herzog August von Sachsen-Weißenfels (1614 – 1680) und Halle als Residenz auf Zeit 1638/43 – 1680 in den Blickpunkt der Referate. Diese Forschungen werden zu einem späteren Zeitpunkt durch den Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. in der Reihe „Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts" publiziert.
Neuherausgabe von W. Delius' Reformationsgeschichte (1953)
Aus dieser Tagungsreihe erwuchs das Projekt, die „Reformationsgeschichte der Stadt Halle/ Saale“ von Walter Delius (1953) aktualisiert im Rahmen der Lutherdekade 2008 – 2017 neu herauszugeben. Die noch immer hohe Relevanz des Werks ergibt sich auf der einen Seite aus dem Fehlen einer aktuellen derart umfassenden Darstellung. Auf der anderen Seite zeichnet es sich durch die gute Lesbarkeit und die Fülle an zugrunde liegenden Quellen aus. Das an moderne Orthografie und Formalien angepasste Skript von Delius wird seitens der SFG durch eine Einordnung in die Rezeptionsgeschichte und den aktuellen Forschungskontext ergänzt. Ferner sollen die Erweiterung des Quellenanhangs und eine aktualisierte Bibliographie die Neuherausgabe auch in Zukunft zum Ausgangspunkt für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der halleschen Reformationsgeschichte machen.
Tagungsreihe 2009 - 2011
An die sehr erfolgreiche erste Veranstaltungsreihe anknüpfend begann unter der Führung von Holger Trauzettel 2009 mit der Tagung „Preußen – Pauker – Postbeamte. Das Jahr 1680 als Zäsur der halleschen Stadtgeschichte“ eine zweite Tagungsreihe, die im November 2011 ihren Abschluss finden wird. Auf insgesamt drei Tagungen soll die Geschichte der Stadt von der preußischen Annexion bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges beleuchtet werden. Der Übergang an Brandenburg-Preußen führte in der Stadt zu grundlegenden Veränderungen. Die verlassene Residenzstadt Halle erfuhr durch die Gründung der Universität und der Franckeschen Stiftungen, die Zuwanderung von Hugenotten und Juden neue Impulse. Halle entwickelte sich im Zuge dieser Veränderungen zum geistigen Zentrum von Aufklärung und Pietismus im Alten Reich. Doch angesichts der zahlreichen, oft einschneidenden Veränderungen standen die Hallenser diesem Wandel meist skeptisch bis ablehnend gegenüber. Die Breite der geplanten Themen, die in den Tagungen aufgearbeitet werden und sich diesem spannungsreichen Verhältnis widmen sollen, reicht dabei von der Verfassungs-, über die Religions-, Sozial- und Kultur- bis hin zur Militärgeschichte. Neben bekannten Persönlichkeiten und Ereignissen wollen wir der Öffentlichkeit aber auch längst vergessene Protagonisten aus der Stadtgeschichte ein Stück näher bringen.
Die Tagung 2011 „Gelehrsamkeit und Geselligkeit. Hallesche Stadtkultur im Kontext von Universität und preußischem Staat 1680 – 1763“ fokussiert nun die halleschen Bürger des ausgehenden 17. und 18. Jahrhunderts. Dass damit eine Lücke in der halleschen Stadtgeschichte thematisiert wird, liegt vor allem in der unterstellten Gegensätzlichkeit von innovativen Neuankömmlingen und rückwärtsgewandten, am einstigen Glanz der Residenz verhafteten halleschen Bürgern, die darüber hinaus der Strahlkraft des aufstrebenden preußischen Staates Nichts entgegenzusetzen gehabt hätten. Im Rahmen der Tagung soll nun das Verhältnis der Hallenser zum preußischen Staat und den innerstädtischen Veränderungen erforscht werden, um die ältere Bewertung der halleschen Bürger nach 1680 kritisch zu überprüfen.
Stadtansicht Halle (Merian 1653)