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Forschungsprojekte - Dr. Christian Speer

Der "Index Librorum Civitatum."
Verzeichnis der Stadtbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ein Instrument der historischen Grundlagenforschung

Stadtbücher-Datenbank

Ein vorläufiges Verzeichnis der Stadtbücher finden Sie hier:

Projektseite und Inventar der Stadtbücher (Index Librorum Civitatum = ILC)   

Die Datenbank wird zur Zeit für einen Relaunch vorbereitet. Es kann derzeit nur nach Bundesländern, Städten, Archiven, Literatur und Bestandteilen der Stadtbuchtitel recherchiert werden. Die neue Datenbank wird voraussichtlich im Mai 2017 über www.stadtbuecher.de    zu erreichen sein.

Mitarbeiter

Projektleitung:
Prof. Dr. Andreas Ranft

Projektkoordination:
Dr. Christian Speer

Wissenschaftliche Mitarbeiter:
Vicky Kühnold M.A.

Alexander Klaus M.A.

Wissenschaftliche Hilfskräfte:
Robert Koszellni

Friedericke Stümpel

Jessica Back, M.A.

Fabian Kripahle

Karl-Martin Geißler

Kooperationspartner:
Cologne Center for eHumanities   

Prof. Dr. Patrick Sahle   
Nasrin Saef B.A.

Ehemalige Mitarbeiter:
Andreas Petter

Ehemalige wiss. Hilfskräfte:
Jens Geiling, Lukas Langer, Sebastian Rasch, Daniela Lang, Ilja Claus, Carsten Krause, Max Hahnel, Claudia Hahne, Philipp Jung

Abstract

Das Index-Projekt weist in einer Online-Datenbank ortsübergreifend die Überlieferung an Stadtbüchern bis zum Grenzjahr 1800 nach. Dazu werden Daten aus eigenen Erhebungen wie aus Arbeiten Dritter, die gegebenenfalls gegengeprüft werden, verwendet. Erstes Hauptmodul für die Datenbank ist das von Reinhard Kluge seit 1976 betreute Stadtbuchinventar für die fünf ostdeutschen Länder Berlin/Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Nachweisen für etwa 70.000 Stadtbücher aus über 450 Städten.

Das Index-Projekt ist beim Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte an der Universität Halle-Wittenberg angesiedelt und wird seit 1. April 2011 von der DFG gefördert.

Als Stadtbücher (libri civitatum) werden Kodizes bezeichnet, die seit dem 13. Jahrhundert bei städtischen Ämtern zu Verwaltungszwecken geführt wurden. Je nach Verwendungsdauer und Aufzeichnungsumfang entstanden starke Bände oder schmale Hefte. Als Beschreibstoffe begegnen Pergament, Papier und Wachs.

Stadtbücher gestatten einen der ergiebigsten Einblicke in das Leben der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt. Gleichwohl gehören Stadtbücher zu den am schlechtesten erforschten Quellen. Die archivische Erschließung stellt oft hohe Anforderungen; die Überlieferung ist extrem breit gestreut und damit auch für die Forschung schwer erreichbar und kaum zu überblicken. Besonders das Material aus kleinen Städten, die die Masse der vormodernen Städte darstellten, ist bisher kaum bekannt. Das Index-Projekt soll diesen Mängeln abhelfen.

Publikationen zum Projekt

  • Christian Speer: Quellen zum privaten Buchbesitz im spätmittelalterlichen Görlitz (ca. 1400 bis 1550), in: Fasbender, Christoph/Mierke, Gesine (Hrsg.), Bürgers Bücher. Laien als Anreger und Adressaten in Sachsens Literatur um 1500 (Euros. Chemnitzer Arbeiten zur Literaturwissenschaft 6), Würzburg 2017, S. 60–81.
  • Christian Speer: Mitteldeutsche Stadtbücher als Quellen der Frömmigkeitsgeschichte um 1500, in: Bünz, Enno/Kühne, Hartmut (Hrsg.), Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation in Mitteldeutschland. Wissenschaftlicher Begleitband zur Ausstellung »Umsonst ist der Tod« (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde 50), Leipzig 2015, S. 191–200.
  • Christian Speer: Account and Town Records as Mirrors of Social Change and Control in the 15th and 16th Century, in: Wirth-Jaillard, Aude et al. (Hrsg.), Monuments ou documents? Les comptabilités, sources pour l'histoire du contrôle social (xiiie–xviiie siècles) – Monuments or documents? Accounts: Sources for the history of social control (13th–18th c.). Actes du colloque international de Bruxelles (Archives Générales du Royaume, 13–15 décembre 2012) – Proceedings of the international conference of Brussels (States Archives, 13–15 december 2012) (Studia 154), Bruxelles 2015, S. 269–278.
  • Christian Speer: Der Index Librorum Civitatum als Instrument der historischen Grundlagenforschung, in: Reininghaus, Wilfried/Stumpf, Marcus (Hrsg.), Amtsbücher als Quellen der landesgeschichtlichen Forschung (Westfälische Quellen und Archivpublikationen 27), Münster 2012, S. 107–124.
    • In erweiterter Form: Stand und Perspektiven der Stadtbuchforschung – Ein Überblick, in: Fejtová, Olga et al. (Hrsg.), Města ve středověku a raném novověku jako badatelské téma posledních dvou desetiletí. Stati a rozšířené příspěvky z 30. vědecké konference Archivu hlavního města Prahy, uspořádané ve dnech 11. a 12. října 2011 v Clam-Gallasově paláci v Praze [Städte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit als Forschungsthema in den letzten zwanzig Jahren. Abhandlungen und erweiterte Beiträge der 30. wissenschaftlichen Konferenz des Archivs der Hauptstadt Prag, veranstaltet am 11. und 12. Oktober 2011 im Palais Clam-Gallas in Prag] (Documenta Pragensia 32.2), Prag 2013, S. 367–394.
    • In veränderter Form ebenfalls in: Landesarchivtag Sachsen-Anhalt. Referate des Landesarchivtags in Dessau-Roßlau am 8. und 9. Mai 2012, hrsg. vom Landesverband Sachsen-Anhalt des Verbandes der deutschen Archivarinnen und Archivare e.V., Magdeburg 2013, S. 20–39.
    • In stark gekürzter und veränderter Form ebenfalls in: Mitteilungen der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge: Stadt und Hof 1 (2012), S. 45–49.
  • Christian Speer: Georg Rörer (1492–1557) in Wittenberg und Jena –  Versuch einer lokalen und sozialen Verortung. Zugleich ein Beitrag über  Möglichkeiten und Grenzen der Stadtbuchforschung, in: Lück, Heiner/Bünz,  Enno/Helten, Leonhard/Kohnle, Armin/Sack, Dorothée/Stephan, Hans-Georg  (Hrsg.), Das ernestinische Wittenberg: Stadt und Bewohner (Textband)  (Wittenberg-Forschungen 2), Petersberg 2013, S. 255–264.
  • Reinhard Kluge: Das Stadtbuchinventar in den neuen Bundesländern. Entstehung, Aufbau, Stand, Aufgaben, in: Jürgen Sarnowsky (Hg.): Verwaltung und Schriftlichkeit in den Hansestädten (Hansische Studien 16), Trier 2006, S. 65–70.
  • Andreas Petter: Kulturtransfer, Schrift-Organisation und Überformung: Drei Thesen zur Entstehung, Funktion und Struktur städtischer Amtsbuchüberlieferung aus dem Mittelalter, in: Jürgen Sarnowsky (Hg.): Verwaltung und Schriftlichkeit in den Hansestädten (Hansische Studien 16), Trier 2006, S. 17–63.
  • Andreas Ranft: Repräsentation dynamischer Strukturen in Stadtbuchquellen als Problem historisch-kritischer Editionsarbeit, in: Matthias Thumser, Janusz Tandecki, Antje Thumser (Hgg.): Quellenvielfalt und editorische Methoden (Publikationen des Deutsch-Polnischen Gesprächskreises für Quelleneditionen / Publikacje Niemiecko-Polskiej Grupy Dyskusyjnej do Spraw Edycji Żródeł 2), Toruń 2003, S. 13–54.
  • Andreas Petter: Mittelalterliche Stadtbücher und ihre Erschließung.  Grundlagen und Gestaltung quellenkundlicher Arbeiten zur mitteldeutschen  Überlieferung, in: Sachsen und Anhalt. Jahrbuch der Historischen  Kommission für Sachsen-Anhalt 24 (2002/03), S. 189–245.
  • Patrick Sahle: Das Plauener Stadtbuch und die Stadtbuchforschung, Ms. mschr. Köln 1996.
  • Reinhard Kluge: Stadtbücher im Archivwesen der DDR, in: Archivmitteilungen 38 (1988), S. 90–95.

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