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Forschung - PD Dr. Stephan Selzer

Forschungsprojekte

Die Farbe Blau. Farbstoffproduktion, Farbstoffhandel und Farbkonsum im spätmittelalterlichen Reich (ca. 1300-1530), Habilitation (abgeschlossen)

In unserer eigenen Lebenswelt sind wir von Farben umgeben, werden mit ihnen konfrontiert und treffen täglich Farbentscheidungen. Auch in der spätmittelalterlichen Realität stellte sich das Phänomen der Farbe in einer dichten Komplexität dar. Offenbar ist die Farbe ein Querschnittsphänomen, um das sich ein ganzes Forschungsfeld organisieren läßt. Das Habilitationsprojekt will daher die traditionellen mediävistischen Disziplinen mittels des Gegenstandes durchdringen. Dabei ist es zweifellos die Kleidung, durch die der Historiker die meisten und die fundamentalsten Daten für eine Geschichte der Farbe gewinnen kann. Quellengrundlage der Untersuchung sind daher weniger Farbtraktate als Handelsbücher, Rechnungen, Zollregister und Inventare, die alltägliche Farbentscheidungen von Produzenten, Händlern und Käufern beleuchten.

Krieg und Gesellschaft im Mittelalter

Wer sich dafür interessiert, was im mittelalterlichen Europa solche Männer taten, deren Auftrag das Kämpfen war, der findet unter den Veröffentlichungen der westeuropäischen Mediävistik hervorragende Studien, die sich mit Militär und Gesellschaft im Mittelalter beschäftigen. In England und Frankreich existieren tief gestaffelte Forschungslandschaften, deren Erkundung lehrt, daß der mittelalterliche Krieg ein Phänomen ist, das politische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen genauso besitzt wie religiöse, rechtliche und künstlerische Aspekte, daß mithin Militärgeschichte sowohl Sozial-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte als auch eine Geschichte der Macht, des Konsum oder der Mentalitäten sein kann. In der deutschsprachigen Mediävistik existiert ähnliches nicht. Fast zu allen wesentlichen Aspekten fehlen fundierte Untersuchungen neueren Datums. Daher soll, ausgehend von den deutschsprachigen Söldnern, die in den italienischen Kriegen des 14. Jahrhunderts kämpften, ein Teilfeld des Themas vergleichend erschlossen werden.

Bisherige Veröffentlichungen

  • Deutsche Söldner im Italien des Trecento (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 98), Tübingen 2001.
  • Sold, Beute und Budget - Zur Ökonomie deutscher Italiensöldner des 14. Jahrhunderts, in: Harm von SEGGERN, Gerhard FOUQUET (Hg.), Adel und Zahl. Studien zum adligen Rechnen und Haushalten in Spätmittelalter und früher Neuzeit (Pforzheimer Gespräche 1), Ubstadt-Weiher 2000, S. 219-246.
  • ‚Renaissancemenschen' gesucht - Italienische Condottieri (1380-1480) im Porträt bei Jacob Burckhardt und im prosopgraphischen Gruppenbild, in: Stephan SELZER, Ulf-Christian EWERT (Hg.), Menschenbilder - Menschenbildner. Individuum und Gruppe im Blick des Historikers (Hallesche Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit 2), Berlin 2002, S. 241-275.
  • Eingeschränkt tauglich. Neue Forschungen zu Militär und Gesellschaft im Spätmittelalter, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 53 (2003), S. 243-254.

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