Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Hallesches Wappen

Weiteres

Login für Redakteure

Veröffentlichungen

des Arbeitskreises für Norddeutsche Hexen- und Kriminalitätsforschung

Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland

Herausgegeben von Katrin Moeller und Burghart Schmidt, Hamburg 2003

Band 1: Realität und Mythos. Hexenverfolgung und Rezeptionsgeschichte

Cover Band 1: Realität und Mythos, Hamburg 2003

Cover Band 1: Realität und Mythos, Hamburg 2003

Herausgegeben von Katrin Moeller und Burghart Schmidt, Hamburg 2003, DOBU-Verlag, ISBN: 3-934632-04-1

Realität oder Mythos lautet nicht nur die brisante Frage jedweden Umgangs mit dem vielgestaltigen Phänomen der historischen Hexenverfolgungen.

Im Brennpunkt dieses Tagungsbandes stehen daher neueste Forschungen und Ansätze, die sich mit der Wirkung des Hexenthemas im Alltag und mit der Konstruktion von Verdächtigungen beschäftigen. Glauben und Unglauben, Distanz und Nähe zum Verfolgungsgeschehen spiegelten sich in weit größerem Umfang wider, als dies bisher berücksichtigt wird.

Was schon für die Hexenverfolgung selbst galt, ist ebenfalls für deren Rezeptionsgeschichte bezeichnend. Darstellungen sind oftmals von einseitigen Vereinnahmungen durch verschiedenste Strömungen und Gruppierungen geprägt. Schwierigkeiten beim Umgang mit einem komplizierten historischen Phänomen äußern sich gegenwärtig nicht zuletzt in erheblichen Problemen, gesicherte Erkenntnisse der Forschung adäquat zu vermitteln und seriöse Aufarbeitung und Erinnerung zu leisten.

Band 2: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum

Cover Band 2: Ronald Füssel: Hexenverfolgung in Thüringen, Hamburg 2003

Cover Band 2: Ronald Füssel: Hexenverfolgung in Thüringen, Hamburg 2003

von Ronald Füssel, Paperback, Format 17 x 24 cm, 332 Seiten, 6 Abb., ISBN 3-934-632-03-3, Ladenpreis € 28,80, DOBU-Verlag, Hamburg 2003.


Thüringen – Ein Zentrum der Hexenverfolgungen? Scheiterhaufen im Mutterland der Reformation? An der Wiege der Deutschen Klassik? Es mag zunächst überraschen, doch das Land Luthers und Goethes zählte in der Frühen Neuzeit zu den Kerngebieten deutscher Hexenverfolgungen.


Als Verbündete des Teufels, als Feinde Gottes, wurden Hexen auch in protestantischen Territorien rigoros verfolgt. Im 16. und 17. Jahrhundert gerieten im Thüringer Raum über 1.500 Menschen – zumeist Frauen -  in die Müh len der staatlichen Gerichtsbarkeit, und über 900 wurden darin zermahlen. Nach gütlichen und peinlichen Verhören hatten sie gestanden, Mensch und Vieh Schaden zugefügt und sich mit dem Teufel verbündet zu haben. Und für diesen Tatbestand sah das Gesetz den Tod durch das Feuer vor. Viele Verdächtige wurden aber auch wieder freigelassen oder des Landes verwiesen, kamen also mit dem Leben davon.

Wo, Wann und Wie liefen diese Verfolgungen ab? Wer war daran beteiligt? Was läßt sich über die Opfer sagen? Was hat man ihnen vorgeworfen? Gibt es Verbindungen zu den Nachbarregionen? Der Marburger Historiker Ronald Füssel geht diesen Fragen in einer mit zahlreichen Quellenbelegen veranschaulichten Regionalstudie nach und schlägt damit ein bisher unbeachtetes „heißes“ Kapitel thüringischer Landesgeschichte auf.

Band 3: Regionale Differenzen - Vergleichbare Strukturen? Hexenverfolgung in Norddeutschland

Cover Band 3, Hamburg 2009

Cover Band 3, Hamburg 2009

Herausgegeben von Katrin Moeller und Burghart Schmidt, Paperback, 17 x 24 cm, ca. 300 Seiten, ca. 10 Abb., ISBN 2-934632-08-4, Ladenpreis € 28,80, Hamburg 2009

Von Ostfriesland über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bis zum nördlichen Thüringen, von der Nord- und Ostseeküste über Bremen, Verden, Hamburg und Hannover bis nach Münster und Minden analysiert dieser Tagungsband regionale Aspekte frühneuzeitlicher Hexenverfolgung im nördlichen Deutschland, die lange als „weiße Flecken“ der historischen Hexenforschung galten.

Die Bandbreite der Beiträge reicht von generalisierenden Darstellungen über ländliche und stadtgeschichtliche Studien bis hin zu Untersuchungen über die spezifische Verfolgungsdynamik im Kontext innerstädtischer Machtkämpfe. Gefragt wird nach der rechtlichen und sozialen Stellung von Frauen in norddeutschen Städten, aber auch nach der Bedeutung von „Elben“ und „bösen Dingern“ im lokalgeschichtlichen Kontext. Hexenprozesse als Mittel ratsherrlicher Konsolidierungspolitik werden ebenso thematisiert wie das Lebensbild eines Arztes aus Hannover, der sich selbst für verhext hielt und darüber im 17. Jahrhundert eine autobiographische Schrift veröffentlichte.

Wie die einzelnen Beiträge zeigen, lassen neben regionalen Gesichtspunkten auch geschlechtsspezifische und soziale Aspekte weitere Forschungen zur Hexenverfolgung im nördlichen Deutschland dringend geboten erscheinen.

Band 4: Burghart Schmidt, Ludwig Bechstein und die literarische Rezeption frühneuzeitlicher Hexenverfolgung im 19. Jahrhundert

Cover Band 4

Cover Band 4

von Burghart Schmidt, Hardcover, 17 x 24 cm, 412 Seiten, 15 Abb., ISBN 3-934632-09-1, Ladenpreis € 39,90, Hamburg 2004.

Literatur oder Geschichte? Im Mittelpunkt steht hier die literarische Rezeption frühneuzeitlicher Hexenverfolgung im 19. Jahrhundert und damit verbunden die Frage nach der Geschichtsmächtigkeit dichterischen Schaffens.

Das Werk Bechsteins, das zu seinen Zeiten  bekannter war als das der Gebrüder Grimm, liefert ein anschauliches Beispiel für die konstitutive Präsenz und prägende Wirkung der Imagination über vergangene Welten in der jeweiligen Moderne, für die bewusste oder auch unbewusste Steuerung der Reflexion über die eigene Zeitgenossenschaft durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die hier in einer einmaligen Mischung aus quellengestützter Realitätsannäherung und reiner literarischer Fiktion zum Ausdruck kommt.

Band 5: Rolf Schulte und Burghart Schmidt (Hg.), Hexenglauben im modernen Afrika Hexen, Hexenverfolgung und magische Vorstellungswelten

Cover Band 5

Cover Band 5

Herausgegeben von Rolf Schulte und Burghart Schmidt, Witchcraft in Modern Africa
Witches, Witch-Hunts and Magical Imaginaries

Paperback, deutsch/englisch, 17 x 24 cm, 255 Seiten, zahlr. Abb., ISBN 3-934-632-15-7,  Ladenpreis € 28,80, Hamburg 2007

Hexenglauben und Hexenverfolgungen sind aus dem gegenwärtigen Afrika ebensowenig wegzudenken wie magische Überzeugungen. Gerüchte über Politiker oder Fußballvereine, die magische Mittel einsetzen, um zum Erfolg zu gelangen, Berichte über familiäre und nachbar- schaftliche Konflikte, die auf Hexereibeschuldigungen beruhen, spielen eine zentrale Rolle in einer als bedrohlich empfundenen Alltags-realität.

Hexenglauben und Hexenverfolgungen sind keine Überbleibsel einer traditionellen afrikanischen Folklore, sondern Teil eines sozialen Dramas, das die meisten Regierungen vor enorme, nahezu unlösbare Aufgaben stellt.

Das vorliegende Buch gibt Auskunft über die vielfältigen psychologischen, religiösen und gesellschaftlichen Implikationen des Hexenglaubens in verschiedenen afrikanischen Regionen und Ethnien. Die in Deutsch und Englisch verfassten Beiträge eröffnen ein tieferes Verständnis bestehender Lebenswelten in einem im Umbruch befindlichen Kontinent.

Witchcraft and witch-hunts have been as long part of African cultures, as beliefs in the occult and magic have been. Rumors about politicians or soccer clubs using magic to ensure the achievement of their goals, as well as reports on informal and neighborly conflicts based on witchcraft accusations, play a central role in a threateningly perceived reality. Witchcraft and witch-hunts are by no means mere remnants of traditional African folklore, but real, present and part of a social drama that present real, almost insurmountable challenges for African governments.

This book provides insights into varied psychological, religious and social implications of the witchcraft beliefs in different African regions and ethnic groups. These contributions aim to contribute to a deeper understanding of the social environments on a continent in upheaval.


Zum Seitenanfang