Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2009/10

Der Ritteradel des späten Mittelalters
Typ: PS (BA-VV-S)
Zeit: Blockveranstaltung, erster Termin 16.10.2009, 15:00 - 17:00
Ort: o. A.
Die Blockveranstaltung wendet sich jener recht großen Gruppe von niederen Herrschafts- und Amtsträgern zu, ohne die Struktur und Funktionsweise des spätmittelalterlichen deutschen Reiches nicht zu verstehen sind. In ihrem Status am untersten Ende des Adels positioniert und politisch wie wirtschaftlich von den Territorialisierungsbemühungen des Hochadels einerseits und den erstarkenden Städten andererseits bedrängt, suchte der Ritteradel sich durch die Entfaltung einer eigenständigen niederadeligen Kultur und politisch-sozialen Formierung zu behaupten.

Ziel der Veranstaltung ist es, Herkommen und Zusammensetzung, Identität und kulturelle Ausdrucksformen sowie Überlebensstrategien dieser niederen Funktionselite zu ergründen. Neben der einschlägigen Forschungsliteratur wird die Beschäftigung mit der schriftlichen und materiellen Überlieferung im Zentrum der Seminararbeit stehen. Dabei sollen quellenkundliche Grundprobleme kennengelernt und Perspektiven moderner Adelsforschung aufgenommen werden.
Literatur:
K. Andermann (Hrsg.): Rittersitze. Facetten adligen Lebens im Alten Reich (Kraichtaler Kolloquien 3), Tübingen 2002.
W. Hechberger: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 72), München 2004.
J. Schneider: Spätmittelalterlicher deutscher Niederadel – ein landschaftlicher Vergleich (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 52), Stuttgart 2003.

Sommersemester 2009

Von Mönchen, Predigern und Rittern – Einführung in die mittelalterliche
Ordensgeschichte
Typ alt: Proseminar (MA)
Typ neu: Kurs Vertiefungsmodul Vormoderne, Kurs Schwerpunktmodul Geschichte
Zeit: Di. 16.00-18.00 Uhr
Ort: IfG, SR 2##
Die Geschichte Europas im Mittelalter wurde in hohem Maße von der Entstehung, Genese und Ausstrahlung unterschiedlicher Orden geprägt: in den Orden entwickel-ten sich grundlegende Formen des mittelalterlichen Zusammenlebens, formten sich zentrale Leitvorstellungen für Gesellschaften und Individuen, wurden Antworten auf die sich wandelnden Probleme der Zeit gesucht, etablierten sich wichtige Zentren von Religion, Herrschaft, Wirtschaft und Kultur. Das Proseminar möchte in einem Zusammenspiel von grundsätzlichen Aspekten und ausgewählten Fallbeispielen in das facettenreiche Spektrum des mittelalterlichen Ordenswesens einführen. Dabei soll der Bogen von asketisch-religiösen Vor- und Frühformen über die bekannten Mönchsorden und die vielleicht weniger populären Kanoniker-Orden bis zu den wichtigsten Kleriker-, Bettel- und Ritterorden reichen.
Eingebunden in die Veranstaltung ist eine Vorstellung der für die Erforschung des Mittelalters wesentlichen Quellengruppen. Auch an elementare Arbeitstechniken und Hilfsmittel soll herangeführt werden. Grundprobleme und Methoden mediävistischen Forschens sollen dabei sichtbar werden.
Einführende Literatur: K. S. Frank: Geschichte des christlichen Mönchtums, 5. Aufl., Darmstadt 1993; G. Gleba: Klöster und Orden im Mittelalter, Darmstadt 2002; H.-W. Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Aufl., Stuttgart 2006.
Renaissance – Geschichte und Perspektiven eines Forschungskonzeptes
Typ: Übung
Typ: Übung Vertiefungsmodul Vormoderne, Übung Schwerpunktmodul Geschichte
Zeit: Mi. 10.00-12.00 Uhr
Ort: IfG, SR 2##
Mehr als dreihundert Jahre europäischer Geschichte werden unter dem Begriff der Renaissance betrachtet: Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu den Ausläufern im frühen 17. Jahrhundert reicht die zeitliche Spanne. In Philosophie und Theologie, Literatur, Musik, Architektur und bildenden Künsten habe sie ihren reichen Ausdruck gefunden und sogar einen eigenen Menschentyp – den Renaissancemenschen – hervorgebracht. So vielfältig die Phänomene und Lebensfelder sind, denen sich die Renaissanceforschung seit dem 19. Jahrhundert widmet, so weit ist das Spektrum von Begriffsverständnissen und Forschungskonzepten, so umstritten deren Sinn und heuristische Fruchtbarkeit.
Die Übung dient weniger dem Zweck, einen Überblick über die „Geschichte Europas in der Renaissance“ zu vermitteln; dass die Teilnehmer ihr Wissen hierüber in der Lehrveranstaltung erweitern können, ist eher ein nützlicher Nebeneffekt. Vielmehr geht es darum, zentrale Begriffe, Zielstellungen und Ansätze der Renaissanceforschung kennenzulernen. Auf diese Weise sollen wesentliche Aspekte der Forschungsgeschichte, ihre Kontexte und Motive offengelegt werden. Die Geschichte der Renaissanceforschung gerät somit zu einem Lehrstück über die Geschichte des Forschens über Europa vom 14. bis zum 17. Jahrhundert im 19. und 20. Jahrhundert. Darüber hinaus sollen Potential und Grenzen der Renaissanceforschung ausgelotet und nach der Zukunft dieses Zweiges im Rahmen aktueller Forschungstendenzen gefragt werden.
Einführende Literatur: A. Buck (Hg.): Zu Begriff und Problem der Renaissance, Darmstadt 1969; P. Burke: Die europäische Renaissance. Zentren und Peripherien, München 1998; J. R. Hale: Die Kultur der Renaissance in Europa, München 1994.

Wintersemester 2008/09

PS (BA-EV) Einführung in die mittelalterliche Agrargeschichte

Dr. Matthias MeinhardtDonnerstag 14:00 - 16:00SR 225
PS (BA-EV)

Das mittelalterliche Europa war in Hinblick auf seine Wirtschafts-, Herrschafts- und Gesellschaftsformen weithin agrarisch geprägt. Der größte Teil der Bevölkerung lebte und arbeitete auf dem Land, aber auch das stadtbürgerliche und höfische Leben waren trotz zuweilen scharfer Abgrenzungsbemühungen in hohem Maße von Entwicklungen in der ländlichen Lebenswelt abhängig. Aufgrund dieser zentralen Stellung für die mittelalterlichen Gesellschaften, eignet sich die Agrargeschichte in besonderer Weise für einen Zugang zur europäischen Geschichte zwischen ca. 500 und 1500.

Ziel des Proseminars ist es, anhand ausgewählter Schlüsselfelder einen Überblick über die wichtigsten Probleme, Quellen und Methoden der mittelalterlichen Agrargeschichte zu gewinnen. Zu diesen Feldern gehören vor allem der Wandel von Agrarverfassung, Sozialformen und Agrarwirtschaft, hinzu kommen die Problemkreise Bauernunruhen, bäuerliche Mentalitätsgeschichte und Bauernrezeption.

Das Proseminar richtet sich ausschließlich an Studenten, die einen Leistungsschein erwerben möchten. Fähigkeit und Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt, Lateinkenntnisse sind erwünscht.

Literatur:
Werner Rösener: Agrarwirtschaft, Agrarverfassung und ländliche Gesellschaft im Mittelalter (Enzyklopädie deutscher Geschichte 13), München 1992.
Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Aufl., Stuttgart 2006.

Ü (BA-EV) Bernhard von Clairvaux (1090-1153)

Dr. Matthias MeinhardtDonnerstag 10:00 - 12:00SR 212
Ü (BA-EV)

Schon die Zeitgenossen gelangten nur selten zu einer einheitlichen Charakterisierung Bernhards, zu widersprüchlich schien seine Person bereits zu Lebzeiten, zu vielfältig sein Wirken. Bernhard stammte aus adeligem Haus, schloss sich als junger Mann dem rasch aufblühenden Orden der Zisterzienser an, wurde bald zu einem ihrer bedeutendsten Führer; gewaltig in Wort und Schrift, mischte er sich in weltpolitische und innerkirchliche Fragen ebenso wie in moralische und theologische Debatten ein; mit aller Wucht ging er gegen Häretiker vor und stritt für die Kreuzzugsbewegung seiner Zeit, den neu entstehenden Ritterorden verhalf er zu einer theologisch fundierten Rechtfertigung; seine Mitbrüder schilderten ihn trotz aller Streitlust als guten, fürsorglichen Abt ihrer Gemeinschaft, der europäischen Mystik gab er wichtige Impulse. 1174 sprach Papst Alexander III. Bernhard heilig.

Die Übung verfolgt das Ziel, einen quellenfundierten Überblick über Leben, Werk und Rezeption Bernhards zu vermitteln. Zugleich sollen zentrale Fragen, Quellen und Methoden der hochmittelalterlichen Geschichte insgesamt erschlossen werden, das Leben eines Einzelnen also gleichsam als Zugang zu übergeordneten Zusammenhängen dienen. Aber auch die Grenzen und besonderen Probleme eines historisch-biographischen Ansatzes sollen exemplarisch verdeutlicht werden.

Fähigkeit und Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt, Lateinkenntnisse sind erwünscht.

Literatur:
Kaspar Elm (Hrsg.): Bernhard von Clairvaux. Rezeption und Wirkung im Mittelalter und in der Neuzeit, Wiesbaden 1994.
Peter Dinzelbacher: Bernhard von Clairvaux. Leben und Werk des berühmten Zisterziensers, Darmstadt 1998.

Ü (BA-S-VV \ MA-VI) Bildungsideal und Erziehungswirklichkeit

Gerrit Deutschländer, M.A.,
Dr. Matthias Meinhardt
dreimal freitags 10:00 - 12:00 und BlockveranstaltungSR 225 und Leucorea
Ü (BA-S-VV \ MA-VI)Mittelalter

Da in der historischen Bildungsforschung die Entwicklung des Schulwesens im Vordergrund stand, wurden fürstliche Höfe bislang kaum als Orte der Bildung und Erziehung wahrgenommen, obwohl sie in enger Beziehung zu den bekannten mittelalterlichen Bildungseinrichtungen standen. Der Hof war ein Ort, an den es Menschen zog, die über besonderes Wissen verfügten, an dem Wissen aufgesogen und vermittelt, Umgangsformen verfeinert und Fürstenkinder gemeinsam mit jungen Adligen erzogen und ausgebildet wurden. Im höfischen Umfeld ließ sich in besonderer Weise lernen, wie Gunst und Ansehen zu erlangen und Rang zu behaupten war. Auch wenn sich Bildungsinhalte wandelten, wurden an die Erziehung derjenigen, die zur Herrschaft bestimmt sein sollten, stets die höchsten Ansprüche gestellt, nach dem Grundsatz, dass derjenige, der über andere herrschen will, zunächst lernen muss, sich selbst zu beherrschen.
Im Seminar, das sich aus zwei vorbereitenden Sitzungen und einer Blockveranstaltung zusammensetzt, soll auf der Grundlage von Quellentexten nach dem Wandel von Bildungsvorstellungen und dem Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit höfischer Erziehung gefragt werden.

Die Veranstaltung wird sich aus einer Vorbesprechung (24.10.08), zwei vorbereitenden Sitzungen am Institut für Geschichte in Halle (14.11. u. 12.12.08) und einem Wochenendblockseminar in der Leucorea in Wittenberg (9.-11.1.09) zusammensetzen.

Literaturhinweise:
Herbert GRUNDMANN, Litteratus – illitteratus. Der Wandel einer Bildungsnorm vom Altertum zum Mittelalter, in: Archiv für Kulturgeschichte 40 (1958), S. 1-65;
Werner PARAVICINI und Jörg Wettlaufer (Hrsg.), Erziehung und Bildung bei Hofe (Residenzenforschung, Bd. 13), Stuttgart 2002;
Martin KINTZINGER, Wissen wird Macht. Bildung im Mittelalter, Ostfildern 2003.


Sommersemester 2008

Ps: Das Spätmittelalter – eine Einführung

Dr. Matthias MeinhardtDienstag 14:00 - 16:00SR 224
PS (BA-EV)Fach M für HMA, LAG, LAS, GS/HS wahlobl.; Proseminar für das Einführungsmodul Vormoderne der BA-Studiengänge.

Das Proseminar führt über ausgewählte Zugänge auf zentrale Themenfelder der spätmittelalterlichen Geschichte Europas. Kultur, Religion und Kirche werden dabei ebenso berücksichtigt wie Politik, Recht, Wirtschaft und Gesellschaft.
Verknüpft ist damit auch eine Vorstellung der für diese Teilepoche wesentlichen Quellengruppen sowie elementarer Arbeitstechniken und Hilfsmittel. Probleme mediävistischen Forschens sollen dabei sichtbar werden.
Das Proseminar richtet sich ausschließlich an Studenten, die einen Leistungsschein erwerben möchten. Fähigkeit und Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt, Lateinkenntnisse sind erwünscht.

LITERATUR
Michael North: Europa expandiert 1250-1500 (Handbuch der Geschichte Europas 4), Stuttgart 2007.
Ulf Dirlmeier/Gerhard Fouquet/Bernd Fuhrmann: Europa im Spätmittelalter 1215-1378 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 8), München 2003.
Erich Meuthen: Das 15. Jahrhundert (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 9), 3. Aufl., München 1996.
Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. Aufl., Stuttgart 2006.

Ü: Die beiden Welten des Hermann Bote (mit Exkursion)

PD Dr. Klaus Krüger
Dr. Matthias Meinhardt
Mittwoch 10:00 - 12:00SR 212
Ü (BA-EV)

Der lange in Braunschweig als Zoll- und Akziseschreiber tätige Hermann Bote, Sohn eines Schmiedemeisters und Ratsmitglieds, zählt zu den wichtigsten politischen und literarischen Autoren der Jahrzehnte um 1500. Sein teils in niederdeutsch, teils auf frühneuhochdeutsch überliefertes Werk umfasst historische Chroniken, Amtsbücher, gesellschaftstheoretische Traktate, Spruchsammlungen, Gedichte und Lieder, Fabeln und Sagen. Am bekanntesten dürfte seine Sammlung von Till Eulenspiegel-Erzählungen sein, aus seinen historischen Arbeiten ragt das „Schichtbuch“, ein Werk über die lange Kette von spätmittelalterlichen Stadtkonflikten, heraus. Bereits im 16. Jahrhundert sind zahlreiche Schriften Botes in viele Sprachen übersetzt und weiträumig in Europa verbreitet worden.

Ziel der Übung ist es, sich mit dem Werk Hermann Botes im Kontext seiner Biographie vertraut zu machen und dabei quellenkundliche Probleme und Methoden näher kennen zu lernen. Der Kontrast zwischen der Welt, wie sie ist, und der Welt, wie sie sein sollte, stellt ein zentrales Motiv in Botes Schreiben dar und soll zum Ausgangspunkt der inhaltlichen Analysen gemacht werden: Bote als historischer, gesellschaftstheoretischer und politischer Autor wird also im Mittelpunkt der Übung stehen. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine Tagesexkursion nach Braunschweig und Wolfenbüttel, die zu wichtigen Lebensorten und Überlieferungsstätten führt.

Literatur
Herbert Blume/Werner Wunderlich (Hrsg.): Hermen Bote. Bilanz und Perspektiven der Forschung. Beiträge zum Hermen-Bote-Kolloquium vom 3. Oktober 1981 in Braunschweig (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 357), Göppingen 1982.
Herbert Blume/Eberhard Rohse (Hrsg.): Hermann Bote. Städtisch-hansischer Autor in Braunschweig. 1488-1988. Beiträge zum Braunschweiger Bote-Kolloquium 1988 (Frühe Neuzeit 4), Tübingen 1991.
Detlev Schöttker/Werner Wunderlich (Hrsg.): Hermen Bote. Braunschweiger Autor zwischen Mittelalter und Neuzeit (Wolfenbütteler Forschungen 37), Wiesbaden 1987.
Carola Kirschner: Hermen Bote. Städtische Literatur um 1500 zwischen Tradition und Innovation (Item mediävistische Studien 4), Essen 1996.

Ü: Venedig – Geschichte einer mittelalterlichen Metropole (mit Exkursion)

Prof. Dr. Andreas Ranft
Dr. Matthias Meinhardt
unregelmäßige Veranstaltung oder Blockveranstaltung am 14.4. 14:00 - 16:00, 19.5., 16.6. 14:00 - 18:0014.04: SR 212,
19.05: SR 212,
16.06: SR 212
Ü (BA-VV-S)

Metropolisierung ist kein allein neuzeitliches Phänomen, auch das Mittelalter kennt solche Prozesse der Konzentration und Expansion politischer, wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Funktionen. Venedig ist hierfür ein herausragendes Beispiel: Weiträumig mit Europa und dem gesamten Mittelmeerraum verflochten, war die Stadt zentraler Sammel-, Angebots- und Umschlagplatz für Menschen, Güter und Ideen, bildete einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt und fungierte ebenso in innereuropäischen Konflikten wie für wesentliche Phasen der Kreuzzüge, also einer der folgenreichsten Formen europäischer Expansion, eine wesentliche Ausgangs- und Schaltstelle. An der Modernisierung und Dynamisierung von Politik und Krieg, Produktion und Handel, Transport und Verkehr war Venedig als Bühne, seine Menschen als Akteure vielfach maßgeblich beteiligt.
Die Veranstaltung thematisiert den Aufstieg der Stadt zur mittelalterlichen Metropole und Republik. Diskutiert werden sollen dessen Voraussetzungen, Faktoren und Formen sowie die deren Wechselwirkungen; aber auch die konkrete Prägung der Stadt, seiner Topographie, Sozial- und Wirtschaftsstruktur, seine kulturelle Spezifik und politische Verfassung werden dabei eine wichtige Rolle spielen.
Die Lehrveranstaltung ist in zwei Phasen gegliedert. In einem ersten Abschnitt werden in einer Vorbesprechung und zwei Blockveranstaltungen grundlegende methodische und inhaltliche Probleme behandelt. Diese Phase dient der Vorbereitung auf eine viertägige Exkursion nach Venedig, wo in Kooperation mit dem Deutschen Studienzentrum vor Ort wesentliche historische Stätten und Zeugnisse besucht und vertiefend erkundet werden sollen. Für die Exkursion ist der Zeitraum vom 06.10.-09.10.2008 vorgesehen. Der Erwerb eines Scheines setzt die aktive Teilnahme in beiden Veranstaltungsabschnitten voraus. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.

LITERATUR
Gerhard Rösch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 2000.
Wolfgang von Stromer (Hrsg.): Venedig und die Weltwirtschaft um 1200 (Schriftenreihe des Deutschen Studienzentrums in Venedig 7), Stuttgart 1999.


Wintersemester 2007/08

Ps: Das Hochmittelalter – eine Einführung

Dr. MeinhardtDienstag 14:00 - 16:00 UhrSR 224
Proseminar, PS (BA-EV)Mittelalter, Vormoderne, für HMA, LAG, LAS, GS/HS wahlobl.;

Das Proseminar führt über ausgewählte Zugänge auf zentrale Themenfelder der hochmittelalterlichen Geschichte Europas. Kultur, Religion und Kirche werden dabei ebenso berücksichtigt wie Politik, Recht, Wirtschaft und Gesellschaft.
Darüber hinaus sollen die für diese Teilepoche wesentlichen Quellengruppen sowie elementare Arbeitstechniken, Hilfsmittel und Probleme mediävistischen Forschens vorgestellt werden.
Das Proseminar richtet sich an Studentinnen und Studenten, die einen Leistungsschein erwerben möchten. Fähigkeit und Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt, Lateinkenntnisse sind erwünscht.

Ü: Dhuodas „Liber Manualis“ – ein mütterlicher Ratgeber des 9. Jahrhunderts

Dr. MeinhardtMittwoch 10:00 - 12:00  UhrSR 212
Übung, Ü (MA-VI)für HMA, LAG, LAS, GS/HS wahlobl.

Die Sorge um das eigene Seelenheil wie um jenes von Angehörigen, der Kampf um Macht und Ansehen, Ethik und politische Klugheit in einer gefahrvollen Zeit, – all dies thematisiert ein außergewöhnliches Buch, „Liber manualis“ genannt.
Geschrieben hat es die fränkische Adelige Dhuoda zwischen 841 und 843 im südfranzösischen Uzès als Ratgeber für ihren erstgeborenen Sohn. Selbst erlebte und im engen Umfeld beobachtete Gefahren und Krisen stellen ein wesentliches Motiv ihres Schreibens dar, so wurde ihr Gemahl hingerichtet, eine verwandte Nonne ermordet in einem Fass in der Saône aufgefunden, ein Schwager geblendet. Das Werk verrät viel über Selbstverständnis, Lebenswelt und Familienbewusstsein seiner Autorin und gewinnt zuweilen einen sehr persönlichen und emotionalen Charakter, – ein für diese Zeit überaus seltener Zug. Ungewöhnlich ist aber auch, dass hier eine Angehörige weltlichen Standes schrieb. Und dass man es mit dem Buch einer Frau zu tun hat, ist für diese Zeit noch ungewöhnlicher, sind doch aus dem Frühmittelalter nur vergleichsweise wenige Schriften von Frauenhand erhalten.
Ziel der Veranstaltung ist es, dieses Werk als eine herausragende, gleichwohl bislang noch zu selten beachtete Quelle der Sozial-, Kultur- und Geschlechtergeschichte des frühen Mittelalters zu erschließen und dabei grundlegende methodische Probleme, Fragehorizonte und Arbeitstechniken der Mediävistik kennenzulernen. Die Bereitschaft und Fähigkeit zur Lektüre englischer Texte ist dafür unabdingbar, Kenntnisse des Lateinischen und Französischen erwünscht.

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