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Enrico Heitzer M.A., Forschungsprojekte

Forschungsprojekte

Dissertation: Terror für die Freiheit? Die „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU) 1948 bis 1959

Die teilweise militante Westberliner Organisation KgU, die von 1948/9 bis 1959 existierte, war zwar kein Massenphänomen, doch v.a. in den frühen fünfziger Jahren war sie eine weithin bekannte Organisation mit einem nicht unbedeutenden Aktionsradius. Für das Regime der DDR zählte sie zu den am heftigsten bekämpften westlichen „Agenten- und Spionagezentralen“, deren Bekämpfung sie einen nicht unbeträchtlichen Kraftaufwand widmete. Mehr als 1.000 von sogenannten KgU-Agenten wurden verurteilt, die meisten zu hohen Zuchthaus- oder Arbeitslagerstrafen, mehr als 100 auch zum Tode.

Aufgrund ihres widerspruchsvollen Erscheinungsbildes ist die KgU ein schwieriger Forschungsgegenstand. Zum einen bot sie karitative Tätigkeiten (Betreuung von Flüchtlingen aus der SBZ/DDR oder der Beratung von Angehörigen von Inhaftierten) an, zum anderen spielten gewalttätige und terroristische Methoden eine zeitlang eine große Rolle. Darüberhinaus wurde sie von amerikanischen Geheimdienstquellen massiv finanziell unterstützt und leistete entsprechende nachrichtendienstliche Tätigkeiten.

Anhand von neuaufgetauchtem Aktenmaterial, v.a. dem eigenen Aktenbestand der KgU, soll eine Geschichte dieser Organisation geschrieben werden, die das Agieren der KgU und ihrer Mitglieder in den Kontext des Kalten Krieges einordnet und ihre Tätigkeit unter verschiedenen Gesichtspunkten neu befragt.

Die vergessene Verhaftungswelle: Die Affäre Walter im Herbst 1951 (erscheint im August 2008, gefördert von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Am 8. September 1951 schnappt die Falle zu: „Fred Walter“, ein freiberuflicher Mitarbeiter verschiedener Nachrichtendienste in West-Berlin, wird auf einem Bahnhof in Berlin-Treptow von der sowjetischen Geheimpolizei festgenommen. „Walter“, betreut und steuert von West-Berlin aus ein umfangreiches Netz von „Vertrauensleuten“ (V-Leuten), die v. a. im Raum Sachsen leben.


Binnen weniger Stunden nach „Walters“ Festnahme kommt die wahrscheinlich todesopferreichste Verhaftungswelle nach Gründung der DDR in Gang. Mindestens 180 Menschen werden verhaftet, wahrscheinlich mehr als 40 Männer werden hingerichtet.


Die Monographie wird anhand von neuem Quellenmaterial und Aussagen von Zeitzeugen erstmals eine Gesamtdarstellung der „vergessenen“ Verhaftungswelle bieten.

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